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Kategorie: Lebensmittel: Fleisch

Historisches zum Fleisch



Erste Domestizierungsversuche
Fleischversorgung im 4. und 5. Jahrhundert
Schweinefleisch für die Massen

Schlachtvieh züchtet die Menschheit erst seit der Jungsteinzeit, seit etwa 10.000 Jahren. Bis dahin war der Mensch gezwungen, seinen Fleischbedarf durch das Erlegen von Wildtieren zu decken. Mit wachsender Bevölkerungszahl und verbesserten Jagdmethoden und Jagdwaffen wurden die Wildbestände wahrscheinlich so weit reduziert, dass sie nicht mehr zur alleinigen Nahrungsversorgung ausreichten. Eventuell ist hier der Grund zu finden, warum die Menschen anfingen sesshaft zu werden und die ersten Versuche unternahmen Pflanzen anzubauen. Die Anfänge des Ackerbaus werden auch als neolithische Revolution bezeichnet.

Erste Domestizierungsversuche

Die ersten Versuche zur Domestizierung von Wildtieren (Hunde ausgenommen) wurden etwa 8000 v. Chr. unternommen. Dabei waren die ersten Tiere Schaf und Ziege. Sie lieferten nicht nur Fleisch, sondern auch Milch und Wolle. Das Schwein wurde erst 1000 Jahre später domestiziert, also vom Menschen in Gefangenschaft gezüchtet und als Haustier gehalten. Das war etwa 7000 v. Chr. Weitere 500 Jahre später wurde das Rind domestiziert und 4000 Jahre v. Chr. letztendlich auch Pferd und Esel.

Fleischversorgung im 4. und 5. Jahrhundert

Bei den Germanen war Fleisch schon seit jeher ein wichtiges und sehr beliebtes Lebensmittel. Im 4. und 5. Jahrhundert, der Zeit der Völkerwanderung, verbreitete sich diese Vorliebe über ganz Mittel- und Nordeuropa. Wichtigstes Schlachttier war damals das Schwein. In den großen, ausgedehnten Wäldern Europas fand es ausreichend Futter (Eicheln und Bucheckern). Neben Schweinen wurden auch Rinder, Schafe und Ziegen gehalten. Für die Fleischversorgung spielten sie damals im Vergleich zum Schwein aber keine wichtige Rolle für die Menschen.

Durch die stetig wachsende Bevölkerung bis zum 9. Jahrhundert änderte sich allmählich die Ernährungssituation. Der Bedarf an Brot wuchs und somit auch die Anbaufläche für Getreide. Zusätzliche Ackerflächen schuf man auf den ehemaligen Weideflächen der Viehwirtschaft und durch Rodung des Waldes. Zudem führten schlechte Wetterverhältnisse zu großen Hungersnöten.

Schweinefleisch für die Massen

Dies änderte sich Mitte des 14. Jahrhundert, als die Pest große Teile der Bevölkerung dahinraffte und die Ackerflächen wieder zur Weidewirtschaft genutzt wurden. Viehzucht und Viehhandel florierten infolgedessen immer stärker. Ganze Städte konnten nun versorgt werden. Der Fleischpreis fiel so tief, dass sich selbst die ärmeren Unterschichten Fleisch leisten konnten. Schweinefleisch war damals nicht mehr gut genug; mehr und mehr wurde das teure Kalb- und Rindfleisch verlangt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sorgten diese "Guten Zeiten" für eine Verdreifachung der Bevölkerung, während die Viehzucht in der gleichen Zeitperiode keine nennenswerten Zuwächse verzeichnen konnte. So verknappte sich das Fleischangebot bis 1850 abermals kontinuierlich. Der Fleischpreis zog im 16. Jahrhundert stark an, und der Pro-Kopf-Fleischverbrauch sank von angeblich ca. 100 auf unter 20 kg pro Jahr.

Besonders schlecht war die Versorgungslage Ende des 18. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit wurde das Land wieder von regelmäßig einsetzenden Hungersnöten geplagt. Die Lage besserte sich allmählich durch eine Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Produktionstechniken (Mineraldünger, Fruchtwechselwirtschaft, Mechanisierung und moderne Viehzucht), den Einsatz von schnelleren Verkehrsmitteln (Eisenbahn und Dampfschiffen) sowie verbesserte Möglichkeiten zur Haltbarmachung von Lebensmitteln (Konservieren und Kühlung). Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges stieg der jährliche Fleischkonsum wieder auf ca. 50 kg pro Kopf.


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