Sangiovese ist eine rote
Rebsorte.
Sie ist mit etwa 100.000 Hektar Anbaufläche die am häufigsten angebaute italienische
Rotwein-Sorte
und ist nach der weißen Rebsorte
Trebbiano
die zweithäufigste Italiens. Sie wird vorwiegend in Italien angebaut und nimmt in
Italien die zweitgrößte Rebfläche ein; unter den
Rotweinen
die größte. Der Name Sangiovese wird auf den spätlateinischen Begriff
Sanguis Jovis zurückgeführt und bedeutet das "Blut Jupiters".
Die Synonyme Sangioveto oder San Gioveto waren bis in das 19.
Jahrhundert gebräuchlich.
Die Sangiovese-Rebe ist eine natürliche Kreuzung aus den beiden italienischen
autochthonen
Sorten:
Ciliegolo
und
Calabrese di Montenuovo.
Sie wurde vor mehr als 2000 Jahren bereits von den Etruskern verwendet. Dementsprechend
liegen die Hauptanbaugebiete in den traditionellen Siedlungsgebieten der Etrusker, vor
allem die Toskana und die Emilia-Romagna.
Über die Jahrhunderte der Kultivierung hinweg sind viele geringfügig abweichende
Versionen entstanden, die in neuerer Zeit in Form von Klonen gezielt nach guten
Eigenschaften ausgewählt wurden. Dabei sind zwei Familien, die eher Großbeerigen
und die Kleinbeerigen entstanden. Die kleinen sind beispielsweise im
Chianti
zu finden, die großen in den als super tuscans oder Super-Toskaner,
hochgelobten langlebigen und hochwertigen
Weinen.
Die Beerengröße ist allerdings kein Qualitätsmerkmal. Gemeinsam ist beiden
Familien, dass sie extraktreiche, volle Weine erbringen, die nicht von
vordergründiger Gefälligkeit sind, sondern eher auf zurückhaltende Weise edel
wirken. Der bekannteste rebsortenreine Wein aus Sangiovese ist der
Brunello di Montalcino.
Die aus der Sangiovese-Rebe
gekelterten
Weine werden in der Weinwelt gelegentlich auch als
Edelrebe
bezeichnet.