Merlot ist eine französische rote Rebsorte, die in Deutschland nur 0,4 % der Weinanbaufläche belegt. In anderen Ländern wie beispielsweise Italien und Frankreich sowie in überseeischen Weinbauländern spielt er allerdings eine sehr bedeutende Rolle mit großen Anbauflächen. Der Name leitet sich von dem Wort merle (Amsel, fr.: merle) ab, da die Amsel die frühreifen Beeren bevorzugen.
In Frankreich haben Weine, die Anteile von Merlot enthalten, eine besondere Bedeutung. Das gilt vor allem für das Anbaugebiet Bordeaux. Viele große Weine werden hier aus einer Cuvée von Merlot und Cabernet Sauvignon und gelegentlich auch aus weitere Rebsorten wie Cabernet Franc oder Malbec hergestellt. Dabei sind in den Gebieten Pomerol und Saint-Emilion die Merlot-Anteile hoch, im nahen Gebiet Médoc ist es umgekehrt: Der Anteil an Merlot ist geringer als der von Cabernet Sauvignon.
In Italien - Weinanbaugebiet und Übersee gibt es auch Weine, die allein aus Merlot-Trauben erzeugt werden. Sie erreichen jedoch nicht entfernt die Qualität großer Bordeaux-Weine. Eine Regel ist dies allerdings nicht. So ist beispielsweise einer der renommiertesten Rotweine der Welt, der Château Pétrus ein reiner Merlot-Wein.
Weine aus Merlot haben einen weichen, samtigen Charakter, keine sehr ausgeprägte Aromatik bis auf eine leichte Pflaumennote, die bei länger gelagerten Weinen von Kräuteraromen abgelöst wird. Die Farbe ist kräftig, der Alkoholgehalt oft überdurchschnittlich.