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Kategorie: Lebensmittel: Kartoffeln und KartoffelprodukteKartoffel, Erdapfel, Grumbiere, Grundbirne, Krumbeere, bot.: solanum tuberosum, en.: potato, fr.: pomme de terre, it.: patata, es.: patata
![]() Kartoffel: GeschichteUrsprünglich stammt die Kartoffel aus der Andenregion Südamerikas, wo sie seit mindestens 2000 Jahren kultiviert wird. Nach Deutschland gelangte die Kartoffel 1621. Zunächst wurde sie nur als Zier- und Gartenpflanze angesehen. Ihren Wert als Nahrungsmittel erkannte erst Friedrich der Große in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er musste allerdings zunächst der Bevölkerung die Angst vor der bis dahin als giftig verschriehenen Pflanze nehmen, bevor sie als Lebensmittel akzeptiert wurde. Heute gehört die Kartoffel zu den wichtigsten Nahrungsmitteln in Deutschland. Dies ist u. A. dem Umstand zu verdanken, dass die Kartoffel ausgezeichnet im mitteleuropäischen Klima und in den meisten landwirtschaftlich genützten Böden gut gedeiht. KartoffelanbauNeben Deutschland gibt es weitere große Kartoffel-Anbauländer wie China, die Russland, Polen, Frankreich, England, Italien, Spanien, die Niederlande und viele andere. Von Januar bis Juni werden insbesondere Frühkartoffeln aus zahlreichen Ländern rund ums Mittelmeer importiert. Die Kartoffelernte wird als Rodung bezeichnet. Kartoffelbeschreibung
![]() Kartoffelsorten, Kocheigenschaften und KochtypenDie für den Verkauf zugelassenen Sorten werden vom Bundessortenamt zugelassen. Das Bundessortenamt veröffentlicht hierzu jährlich eine "beschreibende Sortenliste", mit über 120 Kartoffelsorten. Neben dem Bundessortenamt gibt auch die Europäische Gemeinschaft einen EG-Sortenkatalog heraus, der sogar mehr als 450 Sorten benennt. Die Sorten werden nach ihrer Erntezeit in sehr frühe, frühe, mittelfrühe und mittelspäte bis sehr späte Sorten unterteilt. Die im Handel angebotenen Kartoffeln werden - nach der Handelsklassenverordnung für Speisekartoffeln - mit ihrem Sortennamen und dahinter mit den Buchstaben f, vf und m, den Kürzel ihrer Kocheigenschaft, ausgezeichnet. Die EG hat darüber hinaus für die verschiedenen Kochtypen die international geltende Buchstaben A, B, C und D festgelegt. Kocheigenschaften von Kartoffeln
In Deutschland angebaute Kartoffelsorten
Handelsklassen und Verkauf von KartoffelnKartoffeln werden in Deutschland das ganze Jahr über auf dem Markt angeboten. Die heimische Ernte reicht aber bei Weitem nicht, um die große Nachfrage nach Kartoffeln zu decken. So kommen die ersten Frühkartoffeln bereits im Januar aus Marokko, Tunesien, Ägypten, Griechenland und Zypern. Ab April werden Kartoffeln aus Spanien und Italien geliefert. Ende Mai treffen die ersten Kartoffelimporte aus Frankreich aus der Bretagne ein. Die heimische Ernte beginnt Ende Juni und reicht bis in den Oktober hinein. Im Handel werden Kartoffeln unbehandelt oder gebürstet und gewaschen angeboten. Die häufigste Verpackungsart sind Beutel oder andere Kleingebinde mit 2,5 oder 5 kg. Als Verkaufsbezeichnung dürfen die Begriffe Speisefrühkartoffeln oder Speisekartoffeln verwendet werden. Die Im Handel angebotenen Kartoffeln müssen den unten beschriebenen Qualitätsmerkmalen entsprechen. Verpackungsangaben bei KartoffelnAuf der Verpackung müssen folgende Informationen stehen:
Handelskalssen von KartoffelnDie Handelsklassen Klasse I und Extra sind vom Gesetzgeber für Kartoffeln vorgesehen. Die Kartoffeln der Klasse Extra müssen besonders sauber sein. Ihre Schale muss fest sein und eine helle bis mittlere Färbung aufweisen. Diese vorgabe gilt für mindestens 95 % einer Verpackungseinheit. Daneben gibt es die so genannten Drillinge. Hierbei handelt es sich nicht um eine Handelsklassenbezeichnung, sondern um eine Sortierungsgröße. Drillinge sind kleine Kartoffeln beider Handelsklassen mit einem Druchmesser von 25-40 mm. KartoffellagerungSpeisefrühkartoffeln sind nicht für die Lagerung geeignet. Sie sollten höchstens zwei Wochen in einem dunklen kühlen Ort aufbewahrt werden. Zur längeren Aufbewahrung eignen sich mittelfrühe und in besonderen Maße späte Sorten. Zur Einlagerung eignen sich vielmehr die mittelfrühen, mittelspäten und besonders die späten Sorten. Als Lagerplatz eignen sich trockene, dunkle Orte mit ausreichender Luftzirkulation. Der Lagerort sollte zudem fei von Fremdgerüchen sein und zwischen 4 und 6° C haben. Die Kartoffeln sind am besten in Kisten erhöht auf Lattenrosten oder Luftdurchlässigen Gestellen oder in loser Schüttung aufbewahrt werden. Da Kartoffeln druck- und stoßempfindlich sind, darf die Schüttung Idealerweise nur 50 cm, höchstens aber 100 cm betragen. Darüber hinaus sind Kartoffeln empfindlich gegenüber Nässe oder zu hoher Luftfeuchtigkeit. Die optimale Luftfeuchtigkeit zur Einlagerung von Kartoffeln beträgt etwa 90 %. Bei zu niedrigen Lagertemperaturen, ab unter 3° C wird ein Teil der Stärke in Zucker umgewandelt, so dass die Kartoffeln dann unangenehm Süß schmecken. Legt man sie dann geschält in Wasser, löst sich der Zucker aus den Kartoffeln, so erhalten sie weitgehend ihren ursprünglichen Geschmack wieder. Bei zu hohen Lagertemperaturen hingegen verlieren die Kartoffeln durch Verdunstung und Atmung Gewicht, die Kartoffelknollen schrumpfen und erhalten eine Runzlige Oberfläche. Zudem werden die Hemmstoffe abgebaut, die in der Ruhephase die Keimung verhindern. Die Kartoffeln treiben vorzeitig aus und bilden lange Keime. Die Keime entziehen den Kartoffelknollen wertvolle Inhaltstoffe. Kartoffel: QualitätsmerkmaleKartoffeln sollten sortenrein, fest, völlig makellos also gesund, unbeschädigt, sauber bzw. frei von Erde und größensortiert sein. Für Kartoffeln, die zur Lagerung bestimmt sind müssen zudem bestimmte Qualitätsanforderungen entsprechen. Die lassen sich durch drei Qualitätsproben Erkennen. Qualitätsproben zur Beurteilung der Lagerfähigkeit von Kartoffeln
Kartoffel: Zubereitung, VerwendungEs gibt sehr viele Möglichkeiten für die Zubereitung von Kartoffeln. Kartoffeln werden aber nie roh gegessen. Kartoffeln sind, dank ihres ausgewogenen Verhältnisses zwischen Nähr- und Wirkstoffen und ihrem neutralem Geschmack, der je nach Zubereitungsart zu den unterschiedlichsten Gerichten harmonisiert, ein wichtiger Bestandteil von Speisenzusammenstellungen. Um den Überblick über die vielfältigen Zubereitungen zu behalten, ist es sinnvoll sie nach den Arten der Vorbereitung und der Fertigstellung zu unterscheiden. Vorbereitungsformen der Kartoffel und ihre Fertigstellungen
Kartoffeln haben direkt unter der Schale die größte Vitamindichte, darum bietet es sich an Kartoffel auch mit Schale zu verzehren. Hierzu eignen sich insbesondere Speisefrühkartoffeln. Sie haben eine sehr dünne Schale die vor der Zubereitung lediglich unter Wasser abgebürstet werden muss. Kartoffeln, die zu lange gelagert wurden, Triebe gebildet haben, ausgekeimt sind oder sich bereits grün gefärbt haben besitzen das giftige Alkaloid Solanin. Darum müssen Triebe und grünen Stellen großzügig entfernt werden. Rohe, geschälte, zerkleinerte oder geriebene Kartoffeln sollten nicht zu lange an der Luft liegen gelassen werden. Denn die Oxidationsprozesse und die sich bildende Melanin-Farbstoffe verfärben die Kartoffeln und zerstören vor allem Vitamin C. Legt man geschälte und zerkleinerte Kartoffeln in Wasser können die Oxidationsvorgänge verzögert werden. Allerdings sollten Kartoffeln nicht zu lange im Wasser liegen, da sonst wertvolle wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe ausgeschwemmt werden. KartpffelprodukteEin nicht unerheblicher Teil der Speisekartoffeln wird zur Herstellung von Fertigprodukten, also Speisekartoffelerzeugnisse verwendet. Darüber hinaus werden Kartoffel in großem Umfang für die Herstellung von Kartoffelstärke, Stärkesirup, Sago, Verdickungsmittel, Puddingpulver, Alkohol und alkoholhaltige Getränke wie beispielsweise Wodka, Klebstoff oder Papiererzeugnisse verwendet. Siehe auch:
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