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Kategorie: Lebensmittel: Getreide

Dinkel, Spelz, Spelt, Fesen, Vesen, Schwabenkorn, bot.: Triticum spelta, en.: spelt, fr.: épeautre, it.: spelta, es.: espelta



Dinkel (bot.: Triticum spelta) ist eine Weizenart, ein Getreide. Aus botanischer Sicht gehört er zu den Gräsern (bot.: Poaceae). Dinkelkörner sind wie Nüsse einsamige Schließfrüchte. Er wird einjährig angebaut und wächst etwa 0,5 bis 1 m hoch. Seine Ähren sind im Vergleich mit anderem Getreide rundlich. Sie besitzen als kurze bewimperte Blattöhrchen, die den Halm umschließen. Das gezähnte Blatthäutchen ist mittelgroß. Im Unterschied zum Weizen ist das Dinkelkorn wie Gerste fest mit den Spelzen verwachsen. Es wird, da es raueres Klima verträgt und eine verhältnismäßig hohe Resistenz gegen Krankheiten besitzt, insbesondere im biologischen Landbau verstärkt angebaut.

Dinkel: Geschichte

Wildformen von Dinkel kennt man nicht, darum vermutet man, dass er durch Mutation aus älteren Weizenarten wie dem Hartweizen oder dem Einkorn entstanden ist. Dinkel wurde schon vor 5000 Jahren als Kulturpflanze im südwestlichen Teil Asiens kultiviert. Archäologischen Funden zufolge wurde ab 1700 v. Chr. in Mittel- und Nordeuropa und dort vor allem im südwestdeutschen, österreichischen und Schweizer Raum Dinkel angebaut. Die weltweite Verbreitung wurde durch christliche Wanderer, den so genannten Pilgerväter beschleunigt, die den Dinkel als haltbare Lebensmittel mit auf ihre Reisen nahmen.

Vermutlich zu Zeiten in denen es mehrere Missernten hintereinander gab, entwickelte sich die Tradition einen Teil der Dinkelernte schon vor der eigentlichen Reife, also noch grün zu ernten. Um So wenigstens über den Winter zu kommen. Der Dinkel wurde also unreif geerntet und hatte somit noch einen hohen Wasseranteil. Darum war er nur bedingt Lagerfähig. Um ihn über den Winter lagern zu können, wurde der grün geerntete Dinkel getrocknet. Den getrockneten, grünen Dinkel nennt man auch heute noch Grünkern.

Dinkel: Inhaltsstoffe

Entspelzte Dinkelkörner enthalten 63 % Kohlenhydrate, 11,6 % Eiweiß, 8,8 % Ballaststoffe, 2,7 % Fett und 1 % Mineralstoffe sowie bedeutende Mengen an B-Vitaminen und Vitamin E. Dinkel enthält Gluten, das bei Personen mit Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

Dinkel: Verwendung

Dinkel wird überwiegend in der Vollwertküche eingesetzt. Ihm wird eine größere gesundheitliche Verträglichkeit zugeschrieben als herkömmlichen Weizen. Dinkelmehl kann zwar einen höheren Klebergehalt als Weizenmehl besitzen, jedoch ist seine Backfähigkeit schlechter als die von reinem Weizenmehl. Brote aus Dinkel werden relativ schnell trocken und hart. Bekannte Dinkelprodukte in der Bäckerei sind Schwäbische Seelen und Knauzenwecken aus Oberschwaben.


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